Wie werden Wärmeverluste und Wärmegewinne berechnet?
Die Pauschalierung von Wärmeverlusten und Wärmegewinnen in Gebäuden erfolgt üblicherweise durch vereinfachte Berechnungsmethoden, die auf standardisierten Annahmen basieren. So werden bei den Berechnungen für die Fx Werte und die Wärmebrückenzuschläge pauschale Werte angenommen. Die Lüftungswärmeverluste werden durch konstante Annahmen für die Luftwechselzahl pauschalisiert. Die Berechnungen werden auf die Normaussentemperatur und eine pauschalisierte Heizperiodendauer bezogen. Die solaren Gewinne werden durch die durchschnittlichen Einstrahlungen in der Heizperiode auf die Fensterflächen je nach Himmelsrichtung ermittelt.
Pauschalen für Wärmebrücken:
Wenn keine detaillierte Wärmebrückenberechnung durchgeführt wird, kann ein Pauschalwert für den zusätzlichen Wärmeverlust durch Wärmebrücken angesetzt werden. Diese liegt bei 0,05 W/m2K
Luftwechselzahl:
Für Lüftungswärmeverluste wird oft eine standardisierte Luftwechselzahl angenommen. Diese liegt in der Regel bei 0,5 h⁻¹ für natürliche Lüftung ohne mechanische Lüftungssysteme. Bei Gebäuden mit kontrollierter Wohnraumlüftung kann dieser Wert niedriger sein.
Normaußentemperatur:
Die Normaußentemperatur variiert je nach geografischer Lage und Höhe des Standorts. In Münster wird z.B. eine Normaußentemperatur von -8,6 °C für die Heizlastberechnung angesetzt.
Heizperiodendauer:
Die Heizperiodendauer wird in der Regel als die Zeitspanne definiert, in der die mittlere Außentemperatur unter einem bestimmten Wert, wie 15 °C, liegt. Dies kann regional variieren, wird aber oft mit etwa 185 Tagen pro Jahr angenommen.