Energieausweis erklärt: Effizienzklassen und Energiekennwerte
In der Regel umfasst ein Energieausweis fünf Seiten und enthält neben der wichtigsten Information - den Energiekennwerten - alle wichtigen Rahmendaten zur Immobilie: Standort, Gebäudetyp, Baujahr, Wohnfläche, Art der Heizung etc. Hinzu kommen etwaige Modernisierungsempfehlungen zur Steigerung der Effizienz sowie der Hinweis, ob es sich beim betreffenden Dokument um einen Bedarfs- oder einen Verbrauchsausweis handelt.
In beiden Ausweistypen wird der Energiebedarf mittels einer Farbskala abgebildet. Moderne, gut gedämmte Gebäude liegen im grünen Bereich, unsanierte Altbauten im roten. Die Skala reicht über neun Effizienzklassen von A+ bis H, wobei jede Klasse für ein bestimmtes Energiebedarfsintervall pro Quadratmeter und Jahr steht. Ausgehend von einem durchschnittlichen Gaspreis von 12 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich dementsprechende jährliche Heizkosten.
| Energieeffizienzklasse | Heizenergieverbrauch pro qm | Jährliche Heizkosten pro qm |
|---|---|---|
| A+ | < 30 kWh | < 3,60 EUR |
| A | 30 - 50 kWh | 3,60 - 6,00 EUR |
| B | 50 - 75 kWh | 6,00 - 9,00 EUR |
| C | 75 - 100 kWh | 9,00 - 12,00 EUR |
| D | 100 - 130 kWh | 12,00 - 15,60 EUR |
| E | 130 - 160 kWh | 15,60 - 19,20 EUR |
| F | 160 - 200 kWh | 19,20 - 24,00 EUR |
| G | 200 - 250 kWh | 24,00 - 30,00 EUR |
| H | > 250 kWh | > 30,00 EUR |
- Ein modernes Einfamilienhaus der Effizienzklasse A+ mit einer Wohnfläche von 200 qm und einem entsprechend geringen Energiebedarf kommt auf jährliche Heizkosten von maximal 720 EUR (200 x 3,60 EUR).
- Demgegenüber belaufen sich die Kosten in einer unsanierten Altbauwohnung der Effizienzklasse H mit einer Wohnfläche von 100 qm auf mindestens 3.000 EUR (100 x 30,00 EUR).
- Beides sind Modellfälle, die tatsächlichen Heizkosten hängen, abgesehen vom energetischen Zustand einer Immobilie, im Wesentlichen vom individuellen Verbrauchs- und Nutzungsverhalten ab.
Primärenergiebedarf und Endenergiebedarf
Die Einordnung einer Immobilie in ihre jeweilige Energieeffizienzklasse wird im Ausweis anhand von zwei Pfeilen visualisiert. Der obere Pfeil markiert den Endenergiebedarf: Die Energiemenge, die das Gebäude tatsächlich für Heizung, Warmwasser und Lüftung benötigt.
Der untere Pfeil steht für den Primärenergiebedarf: Damit gemeint ist der gesamte Energieaufwand, der benötigt wird, um die Endenergie bereitzustellen. Energieträger wie Erdgas oder Heizöl müssen gewonnen, umgewandelt, gespeichert und transportiert werden, bis man sie nutzen kann. Jeder einzelne dieser Schritte verbraucht Ressourcen, also Primärenergie. Um diesen Wert darzustellen, wird der Endenergiebedarf mit einem bestimmten Faktor multipliziert, der den Aufwand der Bereitstellung repräsentiert. Hierbei sind erneuerbare Energien gegenüber fossilen klar im Vorteil.
Um Primär- und Endenergiebedarf einordnen zu können und die Energieeffizienz einer Immobilie vergleichbar zu machen, wird im Energieausweis stets eine weitere Farbskala mit Gebäudetypen von modern und effizient bis alt und unsaniert aufgeführt.
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