Was ist ein Energieausweis?
Was ist ein Energieausweis? Welche Informationen enthält er? Wer benötigt ihn?
Ein Energieausweis bescheinigt die Energieeffizienz eines Gebäudes und macht sie vergleichbar. Dazu enthält das Dokument eine Einordnung in Energieeffizienzklassen mit entsprechender Farbskala.
Der Energieausweis ist verpflichtend für Neubauten und Sanierungen sowie beim Verkauf oder der Vermietung einer Immobilie. Welche Unterschiede zwischen den zwei Arten von Energieausweisen bestehen, welche Informationen das Dokument enthält, wer es ausstellt und welche Kosten damit verbunden sind, erfahren Sie im Folgenden.
Energieausweis: Kosten und Nutzen
Energieausweise sollen Immobilien im Hinblick auf die zu erwartenden Energiekosten vergleichbar machen. Insofern unterstützt das Dokument Interessenten bei der Kauf- oder Mietentscheidung. Es dient zugleich als Informationsquelle für Eigentümer, wie energieeffizient ihre Immobilie ist und welche energetischen Optimierungen sich empfehlen. Eine professionelle Energieberatung ersetzt der Energieausweis jedoch nicht.
Es gibt keinen Pauschalpreis für Energieausweise. Im Wesentlichen hängen die Kosten von der Art des Ausweises ab, außerdem spielen sowohl der Aufwand als auch die individuelle Kalkulation des Ausstellers eine Rolle. Ungefähr lässt sich jedoch sagen: Ein einfacherer und weniger aussagekräftiger Verbrauchsausweis kostet Eigentümer um die 100 Euro, der aufwendigere Bedarfsausweis schlägt mit rund 400 Euro zu Buche.
Bei Neubauten, Sanierungen, Verkäufen oder Vermietungen ist der Energieausweis Pflicht. Rechtsgrundlage ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG), die Kosten für die Erstellung tragen Eigentümer.
Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis
Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen zwei Arten von Energieausweisen: dem Energiebedarfsausweis und dem Energieverbrauchsausweis. Ein Bedarfsausweis informiert über den theoretischen Energiebedarf eines Gebäudes auf Basis fachkundlicher Analysen. Der Verbrauchsausweis orientiert sich hingegen am tatsächlichen Energieverbrauch vergangener Jahre.
Generell gilt: Ein Bedarfsausweis ist umfassender und aussagekräftiger als ein Verbrauchsausweis, weil letzterer stark beeinflusst wird vom individuellen Energieverbrauchsverhalten der bisherigen Bewohner. In bestimmten Fällen ist der kostenintensivere Bedarfsausweis außerdem Pflicht.
Verbrauchsausweis
- basiert auf dem konkreten Energieverbrauch der letzten drei Jahre
- kann durch Belege (Heizkostenabrechnungen) erstellt werden
- ist nutzungsabhängig
- ist vergleichsweise kostengünstig (rund 100 Euro netto)
Bedarfsausweis
- basiert auf einer umfangreichen Analyse der Anlagentechnik, Gebäudehülle, Dämmung
- wird üblicherweise im Rahmen einer Vor-Ort-Begehung erstellt
- ist nutzungsunabhängig
- ist vergleichsweise kostenintensiv (rund 400 Euro netto)